Die Stadt hat Fieber

23 07 2011

Die letzte Woche hier in New York City und Washington war vor allem eins: heiß. In Deutschland ist die Hitzewelle in den USA  ja auch in den Nachrichten, die uns im Moment zu schaffen macht. In New York verbrachten wir die Nächte wenigstens in einem klimatisierten Raum (wenn auch aus Kostengründen illegalerweise zu Dritt in einem Doppelbett) – das war aber immer noch um einiges besser, als das unklimatisierte 6-Bett-Zimmer in Washington,  das von mir auch liebevoll „Brutkasten“ getauft wurde. Aushalten konnte ich die 30 Grad, die es nachts immer noch hat, dort nur mit einem geklauten Kühlpack aus der Hostelgefriertruhe, an das ich mich kuschelte. Aber zum Aufenthalt in DC komme ich später.

Wir trafen Morten in NYC wieder und nutzten den ersten Tag, um in Manhattan ein bisschen Sightseeing zu betreiben. Unser Hotel lag direkt am Times Square – ein Hostel konnten wir nicht mehr auftreiben, die Stadt schloss unlängst über 200 Unterkünfte. Die Lage des Hotels war das Geld auf jeden Fall Wert.

I want to be a part of it - New York, New York

I want to be a part of it - New York, New York

Als erstes ging es, wie man sehen kann, in den Central Park. Oben im Bild sieht man unten die berühmte Schlittschuh-Bahn, bzw. den Platz, wo sie normalerweise ist – wenn es nicht gerade 38 Grad hat.

Wir liefen ein bisschen herum und entspannten für eine Weile. Thomas und ich waren ziemlich fertig von der nächtlichen Busfahrt aus Niagara Falls und so nutzten wir die Zeit, im Gras zu liegen und uns die New Yorker mal anzuschauen. Neben einer mehr oder weniger talentierten  Harfenspielerin sahen wir außerdem noch einige Dogsitter, die mit Scharen an Hunden Gassi gingen, Inlineskater und einen langhaarigen Mann, der aus unerfindlichen Gründen in voller Montur auf Bäume kletterte.  Verrückt, diese New Yorker.

Morten und ich im Central Park

Morten und ich im Central Park

Weiter ging es dann zur Wall Street. Eher beiläufig gingen wir am Stier vorbei, der dort als Zeichen für einen starken Markt steht. Viel interessanter als den Stier an sich fanden wir aber die riesige Japaner-Traube, die sich auf engstem Raum vor dem Wahrzeichen bildete. So viele Japaner auf einem Haufen hätte ich sonst nur bei einer Pokémon-Convention erwartet. Oder einem  Mathewettbewerb.

Die Japanertraube von New York - und irgendein Stier

Die Japanertraube von New York - und irgendson Stier

Naja, Schluss mit den Vorurteilen und zurück zur Wahrheit: Nachdem jeder Einzelne der fleißigen Hobby-Fotografen ein hübsches Foto gemacht hat (Männer stolz mit Griff an die Hörner, Frauen gerne kichernd an den riesigen Stiereiern), ging es direkt geschlossen weiter zum auf der anderen Seite befindlichen Souvenirstand. Herrlich dieses Schauspiel.

Ein paar Straßenecken weiter waren wir dann am Stock-Exchange, dem Herz der Wall Street. Es war aber ein Sonntag und dementsprechend ein bisschen weniger los, trotzdem ein cooler Ort.

New York Stock Exchange

Knallharter Broker am New York Stock Exchange

Als letzte Station des ersten Tages machten wir uns auf zur Brooklyn Bridge. Wir waren ziemlich geschafft, ich fand New York teilweise eine ziemlich anstrengende Stadt. Nicht unbedingt im negativen Sinne, nur sind alle wirklich ziemlich gestresst und es sind einfach ein Haufen Leute auf einmal unterwegs. Es war außerdem immer noch unfassbar heiß, deswegen entschlossen wir uns, nur ein Stück auf die Brücke zu gehen. Trotzdem hatte man einen guten Blick auf die Stadt.

Ich (hitzegeplagt) und Florida-Klaus (erholt wie immer)

Ich (hitzegeplagt) und Florida-Klaus (erholt wie immer)

Wir entspannten noch ein bisschen im Hostel, stießen auf Mortens vorletzte Nacht seiner Reise an (er war selbst 4 Monate in der Welt unterwegs) und machten uns nachts noch einmal auf zum Times Square – New York schläft wirklich nie. Mir gefiel es dort ziemlich gut, es ist halt so ein Ort, an dem man einmal in seinem Leben gewesen sein muss.

Ich am Times Square

Ich am Times Square

Am nächsten Tag besuchten wir – ausgeschlafen – als erstes Ground Zero. Ich fand es echt unglaublich, dort zu sein. Man kann nie wirklich begreifen, dass man sich jetzt genau an dem Ort befindet, an dem vor 10 Jahren diese schrecklichen Dinge passiert sind. Wenn man sich vorstellt, dass dort, wo jetzt eine große Lücke klafft, das World Trade Center stand. Leute von dort, wo ich jetzt stehe, gesehen haben, wie die Flugzeuge in die Türme fliegen. Alles unter Asche und im Chaos versunken war. Ich fands ziemlich krass. Es ist irgendwie immer noch eine gewisse Aura zu spüren. Gleichzeitig finde ich es bemerkenswert, wie schnell die Amerikaner weitergemacht haben. Auch der ungebrochene Patriotismus und Stolz ist zu spüren und bewundernswert. Das neue WTC ist schon lange im Bau und schon höher als die umliegenden Gebäude.  Insgesamt wird es nach der Fertigstellung 1776 Fuß (541 Meter) hoch sein (1776 wurde die Unabhängigkeitserklärung der USA unterschrieben, die Höhe wurde also mit Bedacht gewählt). Damit wäre es außerdem das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten. Es werden noch 4 andere Türme gebaut, teilweise auch an die 1000 Fuß hoch. Wo die beiden Türme des alten WTCs standen, bleiben als Denkmal riesige Löcher im Boden.

Das neue World Trade Center von der Staten Island Ferry aus

Das neue World Trade Center von der Staten Island Ferry aus

Freiheitsstatue

Die Freiheitsstatue

Nachdem wir mit der Staten Island Ferry ganz nah an die Freiheitsstatue herangefahren waren, machten wir uns abends auf den langen Weg herauf auf das Rockefeller Center, das zweithöchste Gebäude New Yorks, nach dem Empire State Building. Meiner Meinung nach aber das bessere, um die Skyline zu sehen – logischerweise sieht man nämlich das Empire State Building, anstatt oben drauf zu stehen. Außerdem ist es günstiger und man muss nicht anstehen.

Blick auf den Central Park

Blick auf den Central Park

Empire State - Florida Klaus immer noch entspannt

Empire State - Florida-Klaus immer noch entspannt

Empire State bei Nacht

Empire State bei Nacht

Abends stießen wir noch auf Mortens letzte Nacht an. Thomas und ich erkundeten an den weiteren zwei Tagen noch Harlem und liefen noch ein bisschen in Manhattan und dem Central Park rum. Dann gings auch schon in den Bus nach Washington.

Wir bezogen Quartier und es ging in den Brutkasten, wo wir mollig warm ins Land der Träume entschlummerten. Mehr oder weniger.

Washington ist verhältnissmäßig kompakt und so konnten wir alles an einem Tag mit der U-Bahn abfahren (laufen von längeren Strecken war wegen des Wetters unmöglich). Als erstes schauten wir uns den Militärfriedhof in Arlington an. Auch einige Präsidenten (darunter John F. Kennedy) sind dort begraben und man kann das Grab besichtigen.

Unzählige Gräber auf dem Arlington Cemetery

Unzählige Gräber auf dem Arlington Cemetery

Wir hatten Glück und konnten uns am Denkmal für den unbekannten Soldaten den Wachwechsel der Ehrengarde anschauen. Außerdem liefen wir noch zum Iwo-Jima-Denkmal, welches ich ziemlich gut gelungen fand. Es zeigt insgesamt 6 Soldaten bei der Hissung der amerikanischen Flagge auf einem Berg. Es gibt ein Foto, wo genau diese Szene abgelichtet wurde.

Wachwechsel

Wachwechsel

Iwo-Jima-Denkmal

Iwo-Jima-Denkmal

Danach fuhren wir dann in das Stadtcenter Washingtons und es ging von dort zum Kapitol, dem Washington Monument, dem Lincoln Memorial und dem Weißen Haus. Alles ziemlich schweißtreibend, man war froh, wenn man im Park einen Wasserspender fand, um sich zu erfrischen.

Sightseeing in der Stadt, Washington Monument

Sightseeing in der Stadt, Washington Monument

Gestern abend flogen wir dann von DC aus nach Fort Lauderdale, Florida. Wir wohnen im Moment bei Daniel, einem Freund von Thomas, der in Miami gerade ein Auslandspraktikum macht. Mal sehen, was wir uns hier in Florida vornehmen, einen genauen Plan haben wir noch nicht. Aber das ist ja sowieso immer das Beste.



Kanada? Auf alle Fälle!

16 07 2011

Zurück im Bus nach New York blicken Thomas und ich auf eine richtig gute Zeit in dem Land zurück, das von bösen Zungen manchmal „America’s hat“ genannt wird. Ich stimme dem auf jeden Fall nicht zu, Kanada hat einiges zu bieten (von dem wir nur einen Bruchteil gesehen haben), die Leute sind super freundlich und wir hatten jede Menge Spaß hier.

O Canada, our home and native land!

O Canada, our home and native land!

Angekommen in Toronto bezogen wir Quartier und erkundeten ein bisschen die Stadt. Wir waren ziemlich erschöpft vom Fliegen und deshalb ging es am ersten Tag ziemlich schnell ins Bett. Am nächsten Tag trafen wir uns dann mit Lindsay, einer guten Freundin von Thomas, die er in seinem Auslandsjahr hier kennengelernt hat. Mit dem Schiff ging es dann rüber nach Toronto-Island, wo wir im Stile eines sonntäglichen Familienurlaubs ein bisschen Fahrrad fuhren und uns – neben dem „clothing optional beach“ – auch die Skyline der Stadt anschauten.

Torontos Skyline - rechts der CN Tower

Torontos Skyline - rechts der CN Tower

Danach fuhren wir nach Stratford für ein paar Tage, der Stadt, in der Thomas das letzte Jahr gearbeitet hat, bzw. seinen Zivildienst abgeleistet hat. Das Projekt heißt „L’arche“ und stellt schwerbehinderten Menschen Leute wie Thomas zur Seite, die sie beim alltäglichen Leben unterstützen. Eine echt tolle Organisation, ich habe die wenige Zeit, die ich dort mit den „core-membern“ (so werden die Behinderten genannt) sehr genossen. Trotz der oft sehr verminderten geistigen und körperlichen Fähigkeiten, ist jeder Einzelne ein toller Mensch, mit vielen Facetten, Einfühlungsvermögen und Sinn für Humor.

Abends saßen wir gemütlich mit Thomas Mitbewohnern und gleichzeitig auch Mitarbeitern von „L’arche“ zusammen. Mir wurde auch die abgefahrene Party- und Clubszene von Stratford gezeigt – nur zu empfehlen. Aber es geht natürlich nichts um einen Besuch des Flensburger Speichers mit der imaginären Rockband „Heart Shaped Box“ um Jonas, Nick, Alex und mich. Dazu kommts wohl aber erst Ende nächsten Monats, sorry Jungs!

Allysha (eine Mitarbeiterin) erklärte sich dazu bereit, uns  vor drei Tagen nach Niagara Falls zu fahren. Allerdings tat sie dies vor Thomas letzten Abend in Stratford, der ausgiebig gefeiert wurde. Schließlich begnügte sich Allysha mit dem Platz auf dem Beifahrersitz und ihr Vater fuhr uns die 160 Kilometer zu den Fällen.

Angekommen in Niagara Falls

Angekommen in Niagara Falls

Die Niagarafälle haben mich sehr beeindruckt, es ist unfassbar, welche Kraft das Wasser hat (dazu später mehr). Die Fälle bilden gleichzeitig die Grenze zwischen den USA und Kanada, wobei der „große“ (oben im Bild zu sehende) auch „kanadischer“  Wasserfall genannt wird. Ein paar hundert Meter weiter gibt es noch einen weiteren, etwas kleineren Wasserfall. Der Wasserabfluss pro Sekunde der großen Fälle beträgt ca. 4200 Kubikmeter. Das ist etwa das doppelte des Rheinabflusses.

Das Wasser fällt über die Kante

Das Wasser fällt über die Kante

Die Kraft des Wassers wird natürlich auch zur Stromgewinnung genutzt. Es gibt zwei große Wasserkraftwerke, eines auf der kanadischen, ein anderes auf der amerikanischen Seite der Fälle. Je nach Jahreszeit und Touristenandrang werden die Fälle quasi „per Knopfdruck“ auf 10% ihrer eigentlichen Kapazität heruntergestaut. Im Moment ist aber Saison und so sahen wir 50 bis 75% der Leistung.

Ganz nah dran...

Ganz nah dran...

Wir machten am zweiten Tag unseres Aufenthalts dann eine selbstgeführte Tour ganz nah zu den Fällen. Es gab modische Regencapes (Effektivität fragwürdig) und dann ging es mit dem Fahrstuhl die circa 60 Meter runter aufs Wasserlevel. Aus der Nähe war die Kraft des Wassers noch deutlicher zu spüren, einfach unglaublich. Teilweise musste man sich echt bemühen, auf den Beinen zu bleiben. Ich lass am besten mal ein paar Bilder sprechen!

Moses

Moses

Dramatik pur...

Dramatik pur...

Extremes in die Fälle springen!

Extremes in die Fälle springen - Wir sind ja jung!

Und zum Glück gab es ja das Regencape.

Und zum Glück gab es ja das Regencape.

Oder auch nicht!

Oder auch nicht!

Nachdem Thomas den Kobold verprügelte und sich den Sack Gold am Ende des Regenbogens (s.o.) einsteckte und damit all unsere Budgetsorgen ein für alle mal beendete (so dachten wir), sahen wir zu, dass wir trockenen Fußes zurück ins Hostel kamen, uns in die feinste Buntfaltenhose schmissen und den Sack Gold einpackten. Es ging ins Casino. Niagara Falls ist nämlich so eine Art Mini-Las-Vegas mit ziemlich vielen Casinos und anderen Touri-Aktivitäten. Rechnet man nicht unbedingt mit, wenn mans nicht weiß und irgendwie auch ein bisschen komisch, sollte doch die beeindruckende Natur der Fälle Anziehung genug sein.

Nun gut. Thomas verlor den Sack vor Gold und wir waren budgetmäßig dort, wo wir am Anfang waren. Am Abgrund! Nein, so schlimm ist es gar nicht! Wir haben genug und alles ist in Ordnung, war nur ein Scherz, Oma! Die armen Jungs verhungern nicht und müssen auch nicht auf der Straße leben.

Beweis: Heute investierten wir 40 Dollar in den Besuch des Niagara Falls Wasserparks. Wir verbrachten den Tag dort mit den Rutschen und waren mal wieder ganz Kind. Ein cooler Abschluss für unsere Zeit in Kanada.

Fallsview Waterpark

Fallsview Waterpark

4000 Liter Wasser - Noch einmal Kind sein!

4000 Liter Wasser - Noch einmal Kind sein!

Nach dem Besuch des Wasserparks kaufte Papa dem kleinen Thomas sogar noch ein schönes, großes Schokoladeneis.

Nichts ist schöner als ein glückliches Kinderlächeln

Nichts ist schöner als ein glückliches Kinderlächeln

Wir haben nun also Kanada verlassen und sitzen im Bus nach New York City. Internet inklusive. Thomas ist gerade gar ein bisschen wehmütig, musste er ja das Land verlassen, was ihm ein Jahr lang eine zweite Heimat war. Aber wir haben uns, denke ich, gebührend verabschiedet und wir wissen beide, dass wir wiederkommen werden.

Seeya soon, buddy! Eh?

Seeya soon, buddy! Eh?



California Love!

7 07 2011

Tupac hatte in seinem Song eindeutig Recht. Thomas und ich hatten eine partyreiche Zeit in Kalifornien, haben aber gleichzeitig – so finde ich – einiges vom Bundesstaat gesehen, tolle Leute kennengelernt und gute Erfahrungen gesammelt.

Angekommen in Kalifornien

Angekommen in Kalifornien

Ich flog also in meinen zerrissenen (aber mit Krazyglue reparierten) Jeans nach San Francisco, wo mich Thomas schon erwartete. Udo Jürgens wäre stolz auf uns. Es war schon spätabends und so fuhren wir nur mit der Bahn nach Pleasanton, einem Vorort San Franciscos. Dort wohnt Gary, der Gastvater von Thomas Bruder, der so nett war, uns für die Nacht aufzunehmen, bevor wir nach Los Angeles aufbrachen. Auch jetzt gerade sind wir wieder bei Gary für zwei Nächte und genießen das faule Leben am Pool.

Die Thomasbombe in Gary's Pool

Die Thomasbombe in Gary's Pool

Unser Tag in Frisco begann dann mit der Abladung unseres Gepäcks bei der Greyhound-Station. Unser Bus ging um 23 Uhr, genug Zeit also, um die Stadt zu erkunden. Allerdings sollte man nicht zu spät beim Bus auftauchen. In den USA werden Greyhound-Busse einfach gnadenlos überbucht, d.h. wenn man nicht schon zwei Stunden vorher in der Schlange sitzt, kann es sein, dass man, obwohl man gutes Geld bezahlt hat, nicht in den Bus kommt. Aber egal.
Wir gingen dann am Wasser entlang Richtung Golden Gate Bridge (s.o.). San Francisco ist eine echt schöne Stadt und so verbrachten wir die meiste Zeit damit, einfach herumzulaufen und uns ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Kurz bevor wir Fisherman’s Wharf erreichten und nun auf dem Weg zu einem Pier waren, von dem man die Gefängnisinsel Alcatraz gut sehen konnte, hörte ich von hinten plötzlich eine bekannte Stimme. Ich war schon an ihm vorbeigelaufen, aber Morten sah mich glücklicherweise. Ein krasser Zufall auf jeden Fall, eigentlich echt unglaublich. Morten ist ein Däne, den ich in Australien auf einem Segeltrip kennengelernt habe und mit dem Jonas (mein Reisepartner für Australien) und ich uns sehr gut angefreundet hatten. Ich hatte keine Ahnung, dass er auch in San Francisco war. Während ich im Norden Australiens und auf Hawaii war, verbrachte er einige Zeit in Argentinien. Wir entschlossen uns, den Tag zusammen zu verbringen und uns in New York, am anderen Ende der Staaten, wiederzutreffen. Er ist nämlich zur gleichen Zeit dort wie wir.

Morten und ich, Alcatraz im Hintergrund

Morten und ich, Alcatraz im Hintergrund

Nachts ging es dann rechtzeitig zur Greyhound-Station und ab in den Bus nach Los Angeles. Dort holte uns dann wie verabredet Jake, ein Freund von mir aus Thailand, ab und wir starteten direkt mit ihm, Rose und Dalyn (auch Freunde, die ich auf Koh Phangan in Thailand getroffen habe) eine Sightseeing-Tour durch die Stadt. Wir „hakten“ den Touri-Kram in einem langen Tag ab (von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr abends) und hatten viel Zeit, die Gegend um Topanga, in den Bergen Los Angeles‘, zu erkunden, wo Jake lebt.
Wir starteten den Tag ganz entspannt am Santa Monica Pier, was einige von euch vielleicht aus „Forrest Gump“ kennen.

Jake, Dalyn, ich und Rose - Wiedervereinigung

Jake, Dalyn, ich und Rose - Wiedervereinigung

Danach schlenderten wir dann am Venice und am Muscle Beach entlang, spielten ein bisschen Beach-Volleyball, nahmen ein Bad, aßen „original amerikanisches Essen“ und amüsierten uns über die Bodybuilder und andere Idioten, die in Kostümen am Strand entlanglaufen.

Venice Beach

Venice Beach

Amerikanisches Mittagessen

Amerikanisches Mittagessen

Einer der Idioten - Captain America

Einer der Idioten - Captain America

Abends fuhren wir dann zum Griffith Observatory, dem besten Ort – laut Jakes Empfehlung – den Sonnenuntergang zu sehen. Man hat einen atemberaubenden Blick über die Stadt und eine gute Aussicht aufs berühmte Hollywood-Zeichen. Wir verbrachten einige Zeit dort und wurden wirklich mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Warten auf den Sonnenuntergang am Griffith Observatory

Warten auf den Sonnenuntergang am Griffith Observatory

Das Hollywood-Zeichen im Abendlicht

Das Hollywood-Zeichen im Abendlicht

Durch Hollywood an sich (wo auch der „Walk of Fame“ ist) fuhren wir nur kurz nach dem Sonnenuntergang. Keiner von uns wollte wirklich dahin, Jake sagte, Hollywood ist die größte Enttäuschung LAs. Nicht besonders viel zu sehen. Er zeigte uns trotzdem einmal alles und wir fuhren dann durch Beverly Hills nach Hause. Es ist fast unmöglich, ohne Auto in LA klarzukommen, da die Stadt super großflächig und das öffentliche Verkehrssystem ein einziges Chaos ist. Als Tourist weiß man nicht so wirklich, wo man hinsoll und vor allem wie man dort hinkommt. Es war also echt Gold wert, dass wir mit Jake und Rose Einheimische dabei hatten. Sie haben sich super um uns gekümmert und ich sage nochmal Danke an dieser Stelle!
Nach dem anstrengenden Tag machten wir es uns noch bei Jake gemütlich, seine Mutter war aus dem Haus für eine ganze Woche, was natürlich die ein oder andere Feier ermöglichte.
Ausgeschlafen und frisch machten wir uns dann auf zum Malibu Creek State Park. Der Topanga-Canyon ist großartig zum Wandern und Trekken und zeigt, wie Kalifornien wirklich ist. Im Malibu Creek gibt es eine Wasserstelle, an der man super von Klippen springen kann. Das ließen wir uns natürlich nicht nehmen. Es gibt dort verschiedene Höhen, von 4 bis 18 Meter variierend.

Die Klippen

Die Klippen

Todesmutig wie wir eben sind, fackelten wir nicht lange und machten uns gleich auf zum großen Sprung. Auf jeden Fall eine krasse Herausforderung und Überwindung, besonders, wenn man erstmal oben ist, runterschaut und darüber nachdenkt, was man da gerade macht. Nimmt man nämlich nicht genug Anlauf und traut sich nicht, sind die Chancen hoch, dass man unten auf einem Felsen landet.

Ganz schön hoch..

Ganz schön hoch..

Also hieß es nach Begutachtung der Ausgangslage und 100%ig objektiver Einschätzung der Gefahrenlage („Ah, it’s probably gonna be alright!“) guten Anlauf zu nehmen und weit genug abzuspringen.

Doch ein paar große Schritte..

Doch ein paar große Schritte..

Erstmal in der Luft zu sein und zu springen war super cool, irgendwie hatte man das Gefühl, ewig im freien Fall zu sein. Wir sprangen alle runter und ich bin defintiv froh, das gemacht zu haben. Ein echter Adrenalin-Kick.

... und dann freier Fall!

... und dann freier Fall!

Am vorletzten Tag unseres LA-Trips gingen wir dann noch einmal in Topanga wandern, genauer gesagt zum Eagle Rock, was zwar wegen der Hitze anstrengend, aber auf jeden Fall super war.

Wandern in Topanga

Wandern in Topanga

Eagle Rock - unser Ziel

Eagle Rock - unser Ziel

Dalyn on top of the rock

Dalyn on top of the rock

Dann stand der vierte Juli an, der Independence Day. Wir starteten echt amerikanisch mit einem Sparerib-Frühstück und fingen an, Beerpong zu spielen. Später ging es dann noch zu einer Poolparty bei Bridget und abends füllte sich Jakes Haus dann mit Partygästen. Wir hatten echt Spaß und es war auf jeden Fall ein angemessener Feiertag.

Volle Konzentration: Team Boski re-united!

Volle Konzentration: Team Boski re-united!

Emotionen kochen hoch beim Beerpong!

Emotionen kochen hoch beim Beerpong! Colton und Bridgette.

Mehr oder weniger verkartert ging es dann morgens um 6 zurück zum Greyhound-Bus und ab nach Frisco. Jetzt sind wir wie gesagt wieder bei Gary und sammeln ein bisschen Kraft für morgen. Da steht dann nämlich noch ein bisschen Sightseeing in San Francisco an, bevor es dann nachts ins Flugzeug nach Toronto geht für mich und Thomas.
Wir hatten eine außergewöhnliche Zeit hier, besonders wegen der tollen Leute, die unseren Aufenthalt mit ihrer Gastfreundlichkeit perfekt gemacht haben. Vielen Dank nochmal an Jake, Rose und Gary!